Montag, 20. August 2012

17. August 2012

Kurz vor sechs piepst das iPad, um uns zu wecken. Die Ausfahrt öffnet erst kurz nach sieben und so haben wir genügend Zeit noch was zu frühstücken. Das allerdings führt letztendlich zu Verspätung, weil jetzt auch gespült werden muss. Außerdem taucht immer wieder irgendetwas auf, was auch noch in einem der Autos verstaut werden muss.
Um 20 nach sieben starte ich den Motor, wir rollen vom Campingplatz in Richtung Süden.
Der Verkehr hält sich erstmal in Grenzen, und so sind wir nach 62 Minuten auf der Autobahn von Esbjerg nach Kolding. Anette ist noch immer genau hinter mir, Johanna nicht mehr in Sichtweite. Jetzt verlieren wir uns aus den Augen.

Nach insgesamt auf die Minute genau achteinhalb Stunden kommen wir wohlbehalten in Neckarhausen an. Wir waren somit zwar 30 Minuten länger unterwegs als bei unserer Hochfahrt, aber das war bedingt durch das deutliche Mehr an Verkehr südlich von Hamburg. Zum Glück gab es keinen Stau und wir hatten nur zwei Teilstrecken mit Zähflüssigkeit zu überstehen, eine bei Hannover und eine bei Darmstadt. Zwischen Lorsch und Vienheim war dann sogar kurzzeitig Höchstgeschwindigkeit drin.

Es war wieder sehr schön und ich bin froh, wieder mitgeholfen zu haben. Ohne die Begleitung - Brigitte, Annika und Svenja - wäre das alles so nicht möglich gewesen.

16. August 2012

Am Morgen, als ich zum Schwimmen gehe, ist es noch trocken, aber der Himmel ist bewölkt - und es ist relativ warm. Auch der Wind ist abgeflaut. Doch schon um acht regnet es - und der Niederschlag wird immer schlimmer. Bis Mittag steht das Wasser an manchen Stellen im Kirchenzelt, der Vorplatz ist eine riesige Seenplatte und beim Zubereiten des Mittagessens läuft das Wasser auch ins Küchenzelt - wie es sich gehört durch den Eingang. Während ich koche, lassen Maike und Johanna im Zelt Schiffchen schwimmen und machen mit den Stiefeln Wellen in dem zeitweise mittelfingertiefen Wasser auf dem Boden. Nach dem Essen lässt der Regen nach, eine Stunden später kommt die Sonne raus und um vier ist unser Zelt wieder trocken. Wir bauen ab, beladen das Auto soweit es geht und ziehen mit unseren Schlafsäcken um in das bisher von den Mädchen bewohnte Zelt (die verbringen die letzte Nacht wie schon die Nächte des starken Windes bei ihrer Mutter im Wohnwagen).

Am Nachmittag, während unser Zelt vor sich hin trocknet, fahren wir zusammen nach Hvide Sande, sehen uns Kleider in den Geschäften an und essen Eis.

Heute bin ich bei der letzten Gute-Nacht-Geschichte gleich zwei Mal im Einsatz. Denn beim Wunschfingerspiel landet mein kleiner Elch auf dem ersten Platz. Außerdem habe ich heute die Rolle des Erzählers mit "Katz und Maus". Ein wirklich schönes Buch mit einer netten Geschichte, die aber völlig weltfremd ist. Dennoch, sie kommt an.
Karlotta und Jonathan haben uns einen Kuchen gebacken und manche Kinder wollen gar nicht gehen als alles vorbei ist. Wir haben es also offensichtlich nicht zu schlecht gemacht.

Der Abendsegen, den ich vorbereitet habe, findet heute immerhin neun Gäste, sechs Erwachsene (darunter Karen und Klaus, unsere Ablösung) und drei Kinder. Mein Psalm 121 dient zur Besinnung und damit kommt alles an Elektronik zum Einsatz, was mir zur Verfügung steht: Laptop, Beamer, iPad und CD-Spieler als Verstärker. Klaus sieht sich das beim Aufbau etwas kritisch an, sagt aber nichts.

15. August 2012


"Abenteuer am Nil" ist zu Ende, den Kindern hat es gefallen und wir haben wieder gute Arbeit abgeliefert - wenn ich das so sagen darf.

Weil es schön warm ist, die Sonne scheint und der Wind auch nicht mehr übermäßig stark ist, gehen wir nach dem Mittagessen an den Strand. Ich traue mich sogar ins Wasser. Zuerst ist es ziemlich kalt, doch dann gewöhne ich mich dran und schwimme ein wenig. Allerdings habe ich Angst davor, mit einer der angeblich vorhandenen Feuerquallen in Kontakt zu kommen und so bleibt es mehr beim Plantschen - na ja, das ist ein wenig untertrieben.

Und dann passiert es: Beim Zumachen des Zeltes am Abend dieses wunderbaren Tages reißt die Plane unseres Zeltes noch weiter auf, quer über die ganze "Türe". Was jetzt? Ich fürchte nämlich, dass durch den Wind, der seit drei Tagen aus Osten kommt und immer auf die Zeltseite drückt, die Zerstörung noch weiter fortschreitet. Außerdem ist für heute Nacht aufziehender Starkregen angekündigt, der käme jetzt ungehindert in unser Zelt. Mit Chikos Hilfe ziehe ich die gelbe Abdeckplane aus dem Auto über die Seite und den Gipfel des Zeltes. So ist der Druck auf die gerissene Stelle etwas abgemildert und Regen wird auch abgewiesen. Allerdings flattert die Folie auf der Leeseite ziemlich laut, was aber in diesem Falle das kleinere Übel ist. Wir werden dennoch schlafen können.


Langsam macht sich Abschiedsstimmung breit. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir immer wieder darüber sprechen, wer wann abreist, was noch zu tun ist und wer wann welche Aufräumarbeiten übernimmt.

14. August 2012

Noch immer ist schönes Wetter, seit Freitag Vormittag hat es nicht mehr geregnet und es wird sogar einigermaßen warm - Temperaturen um 21 Grad Celsius, bereits morgens um sieben (wenn ich zum Schwimmen gehe) hat es rund 15 Grad. Sogar der Wind lässt langsam nach.

Am Vormittag geht es weiter beim 'Abenteuer am Nil', Joseph tritt auf und erzählt seine Geschichte, soweit sie in Ägypten spielt.

Das Arbeitsprogramm ist wie gehabt, so bleibt genügend Zeit zwischen den Veranstaltungen, um an den Strand zu gehen oder einfach in der Sonne zu sitzen. Für das Fingerspiel bei der heutigen Gute-Nacht-Geschichte studiere ich "Ein kleiner Elch" ein. Das kommt überraschend gut an.

13. August 2012

Diese zweite Woche beginnt mit den Kinderbibeltagen unter dem Namen "Abenteuer am Nil". Umrahmt von verschiedenen Bastelaktionen setzen wir uns an drei aufeinanderfolgenden Vormittagen mit der Geschichte Josephs aus dem ersten Buch Mose auseinander.

Ansonsten passiert nichts Wesentliches, Gute-Nacht-Geschichte und Abendsegen verlaufen, wenn auch mit weniger Publikum als letzte Woche, im gewohnten Rahmen.
Ich bin heute (im Tausch mit Johanna, die mich am vergangenen Donnerstag entlastet hat) wie morgen mit dem Fingerspiel dran. "Elefant, Maus und Zwerg" beansprucht auch die Arme, nicht nur die Finger. Beim zweiten Mal machen fast alle Kinder mit. 

12. August 2012

Der Tag beginnt für uns als Team mit dem Familiengottesdienst mit dem Thema "Ihr seid das Salz der Erde", wie immer gefolgt vom Kirchcafé. Wie gut, dass ich mich vor zwei Wochen erst intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt habe, da fällt die Ansprache leichter. Viele Gottesdienstbesucher haben wir nicht, aber dafür bleiben alle noch eine Weile da.


Die Sonne scheint, der Wind bläst unverändert. Unser Zelt gibt an einer Seite dem dauernden Rütteln nach: In der Türe entsteht ein etwa 40cm langer Riss, parallel zum Reißverschluss. Klebeband hilft nicht, jedenfalls nicht auf Dauer. Durch eine Nähaktion kann ich wenigstens den Status Quo erhalten, zumindest vorläufig.

In Bork Vikingehavn ist ein Wikingermarkt mit verschiedenen Angeboten, da fahren wir hin. Diesmal müssen wir zwei Autos nehmen, denn zwei Freunde der Mädchen - und Helfer bei der "Gallischen" am letzten Dienstag - fahren mit. Viel Volk ist da, gewandet sind aber nur die Aussteller, die Beteiligten und die Bewohner des Lagers. Da sind viele Deutsche dabei und so können wir uns gut mit den "Wikingern" unterhalten. Wer nimmt schon seine Gewandung mit in den Urlaub, von daher ist schon klar, dass die Besucher alle in "normaler" Bekleidung zum Markt kommen. Besonders die Reitshow mit Isländern ist sehenswert.

Rechtzeitig zur Gute-Nacht-Geschichte sind wir zurück am Campingplatz. Wieder bin ich als Erzähler gefragt, "Die Katze des Bäckers" kommt nach 2011 zum zweiten Mal zum Einsatz. Insgesamt verläuft die Gute-Nacht-Geschichte heute aber nicht wirklich gut.

11. August 2012

Zur Gute-Nacht-Geschichte sind für diese zweite Woche hier in Hvide Sande zwei neue Puppen angereist, Rokko und seine (eine Minute jüngere) Zwillingsschwester Jule. Anette (Jule) und Johanna spielen das Puppenspiel und nach anfänglicher Abneigung bei den Kindern finden die beiden Puppen bald großen Zuspruch.



Am frühen Nachmittag setze ich aus sechs Kilo Mehl Hefeteig an. Heute Abend ist Camperabend mit Stockbrot angekündigt, der Teig muss lange genug gehen. Zwei Spülschüsseln müssen dazu herhalten, den Teig zum Gehen aufzunehmen. Weil es in unserem Zelt bei Sonne schön warm ist, kommen die zugedeckten Schüsseln dort hinein. Und nach der Gute-Nacht-Geschichte reicht die Zeit dann gerade noch für unser Abendessen und dazu, den Teig in handliche Portionen zu zerteilen.

Das Brennholz in den Feuerstätten zünde ich leider etwas zu spät an, denn erst, als die Gäste schon weg sind, wird das Holzfeuer richtig heiß. Allerdings ist das hier gekaufte Holz auch viel zu nass, bei uns wäre es als Brennholz nicht zu verkaufen. Es ist aber dennoch ein schöner Abend, Groß und Klein freuen sich an der Gemeinschaft. Auch das Stockbrot wird gar, wenn auch nicht alle genügend Geduld aufbringen um zu warten, bis das Brot fertig gebacken ist.